August 2020

Vom Anbau

Der Juli stellte uns auch wieder vor große Herausforderungen.

Die Salate hatten es durch die anhaltende Trockenheit und den trockenen Wind schwer, schöne Köpfe auszubilden. Dazu kam noch punktueller Schädlingsbefall, sodass es im Juli am Salat haperte, was wir hoffen in den nächsten Monaten wieder wettzumachen. Die Umstellung auf Kreisregner statt Tropfbewässerung beschäftigt uns weiterhin und wir sind mit der neuen Technik noch nicht so eingespielt. So war die Wasserversorgung der Salate in den letzten Wochen nur suboptimal.

Ein großer Teil des Wintergemüses ist gepflanzt und mit Kulturschutznetzen bedeckt, sodass der Erdfloh und anderes Getier sich nicht über unser Wintergemüse hermachen können. (KF) (KH)

Tomate, Tomate

Nun ist die Tomatenschwemme da. Wir sind auch etwas früher dran als im letzten Jahr. Hier hat sich der dritte Folientunnel schon gut bewährt und die Ausbeute ist bisher sehr groß. Wir haben im Juli schon 420 kg Cocktailtomaten und 200 kg große Tomaten geerntet. Es gibt sie wieder in den verschiedensten Farben und Ausformungen und alle haben etwas gemeinsam: sie schmecken supergut und sind so vielseitig einsetzbar und verwertbar.

Tomatensalat, Tomate-Mozzarella, Nudeln mit Tomatensauce, Tomatenpesto, Tomaten einkochen, trocknen und vieles mehr. Durch das Haltbarmachen hat man auch noch im Winter etwas davon und kann sich so an den Sommer erinnern. (KH)

Gemüsebrühe leicht selbst gemacht

Staudensellerie (Stiele und Laub), Karotten, Stängel vom Mangold, Fenchel, Lauch, Paprika, Zwiebeln in kleine Stücke schneiden, Kräuter wie Thymian, Petersilie, Schnittlauch, Bohnenkraut, Oregano grob hacken und alles in ein hohes Gefäß geben, zwei bis drei Knoblauchzehen (nach Geschmack) durchdrücken und dazugeben, zwei bis drei Esslöffel Olivenöl und einen Teelöffel Salz. Das Ganze mit einem Pürierstab oder mit dem Thermomix zerkleinern. Es dürfen auch noch kleine Stückchen zu sehen sein. Am Schluss noch ein wenig Zitronensaft dazugeben.

Dann probieren - es sollte schon recht salzig schmecken, nicht zuletzt deswegen, damit es sich besser hält.

In kleine Gläser füllen, oder anderweitig portionieren und einfrieren. Diese Masse ist nun sehr vielseitig einsetzbar, für Suppen, Saucen, oder unter Frischkäse gemischt - als Brotaufstrich zu verwenden, es gibt sicher noch andere Verwendungsmöglichkeiten. Guten Appetit! (KH)

SoLaWi Neustadt besucht „STIFTUNG LEBENSRAUM“ - Mensch-Boden-Wasser-Luft

Am 3. Juli besuchten wir mit einer kleinen Delegation aus Vorstand, Anbaugruppe und Mitgliedern der SoLaWi Neustadt die Stiftung Lebensraum am Hengstbacherhof. Dabei galt unser besonderes Interesse den Projekten der Stiftung zur regenerativen Landwirtschaft, insbesondere dem Projekt „Mikrofarming“. Wir wurden herzlich von Joachim Böttcher, dem Vorsitzenden der Stiftung, begrüßt und zu einer kleinen Führung mit den Stationen Terra Preta, Agroforst und Mikrofarming eingeladen.

Joachim Böttcher erklärt uns die historische Terra-Preta-Herstellung, die heute noch Grundlage der modernen Terra-Preta-Herstellung ist. „Terra Preta do Indio“ ist eine der fruchtbarsten von Menschenhand hergestellten Erden. Die bis zu 4.000 Jahre alte Erde gab Wissenschaftlern lange Zeit Rätsel auf. Heute wissen wir, so Joachim Böttcher, dass die Amazonas-Indianer Terra Preta aus ihren Siedlungsabfällen mittels anaerober Fermentation herstellten, also so ähnlich wie wir heute Sauerkraut haltbar machen. Terra Preta gilt unter Bodenkundlern als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts, um die Fruchtbarkeit unserer Böden zu erhalten und unsere Ernährung sicherzustellen.

Bei der zweiten Station erwartete uns Paul Müller von den Forest-Farmers, die zeitweilig ihr Quartier auf dem Hengstbacherhof aufgeschlagen haben und ab Herbst auf dem Kahlforsterhof bei Obermoschel eine große Agroforstanlage aufbauen werden. Der Agroforst verbindet den Aufbau von Wäldern mit der Nahrungsmittelproduktion für Mensch und Tier im Sinne eines Waldgartenanbaus. Beeindruckt waren wir von Pauls Ausführungen zum Thema „Essbare Pflanzen“. Dazu haben er und seine Frau Janine auf dem Hengstbacherhof eine Demonstrations- und Verkaufsfläche aufgebaut. Uns lief das Wasser im Mund zusammen, als Paul uns den Geschmack der Früchte der Indianerbanane erklärte: „Lasst Euch überraschen von dem süßen, tropischen Aroma, einer Mischung aus Mango, Banane mit einem Hauch von Vanille und Ananas…“

ackerbaum.de

Unser besonderes Interesse galt jedoch dem Market-Garden-Projekt (Mikrofarming). Hier empfing uns die Agrarwissenschaftlerin Dorotheé Dreher, die mit einem Team junger Menschen in diesem Jahr das Projekt am Hengstbacherhof realisiert hat. Der biointensive Gemüseanbau in Form des Mikrofarming auf kleinster Fläche integriert den Aufbau von hochwertig-ökologischer Bodenqualität und hoher Biodiversität mit der Möglichkeit, gleichzeitig große Ernten und wirtschaftlichen Ertrag erzielen zu können. Dabei wird auf minimale Bodenbearbeitung, Verzicht auf Agrochemikalien, ganzjährige Bodenbegrünung, sowie aktiven Humusaufbau unter Einsatz von Effektiven Mikroorganismen und biologisch aktivierter Pflanzenkohle gesetzt (nähere Informationen zum Mikrofarming siehe auch in der Dateianlage).

Henhstbacher Hof

Dieses Prinzip wurde am Stiftungssitz erstmals in diesem Jahr als Baustein der regenerativen Landwirtschaft realisiert. Auf einer Fläche von 1.000 m² werden in fünf Plots (Beet-Gruppen) mit je 10 Beeten zurzeit 20 ein- und mehrjährigen Gemüsekulturen in beeindruckender Weise mit weitgehender Handarbeit angebaut. Uns hat die gesunde Gemüsequalität ohne nennenswerten Schädlingsbefall beeindruckt und überzeugt. Und natürlich wollten wir auch wissen, welche Geräte im Market-Garden zum Einsatz kommen. „Nicht viele“, so Dorotheé Dreher, „aber die sind auf die Anbauweise optimiert.“ Sie zeigte uns als Beispiel den multifunktionalen Heurechen und demonstrierte uns die „Broadfork“, eine etwas breitere Grabgabel, mit der der Boden bis zu einer Tiefe von 40 cm belüftet wird, ohne dabei das Bodenleben zu stören. - Wir sind beeindruckt und fahren mit vielen neue Eindrücken zurück. (MN)

Allgemeine Besuchertage mit Führung finden regelmäßig an jedem letzten Samstag im Monat, mit Ausnahme von Dezember und Januar statt. Weitere Informationen zur Stiftung Lebensraum, zum Hengstbacherhof und den Besuchertagen finden sich auf der Website der Stiftung:

Stiftung Lebensraum

Finanzamt Neustadt bestätigt die Gemeinnützigkeit unseres Vereins

Am 26. Juni gab es erfreuliche Post vom Finanzamt Neustadt. Die Überprüfung unseres Vereins für den Zeitraum 2016 bis 2018 bestätigte die bei der Vereinsgründung 2015 von uns beanspruchte Gemeinnützigkeit. Damit können auch weiterhin die Mitgliedsbeiträge und Spenden steuerlich geltend gemacht werden und etwaige Überschüsse im Vereinshaushalt sind von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit.

Das Finanzamt hat damit unsere Aktivitäten und Projekte in den Bereichen Bildung sowie Umwelt- und Naturschutz honoriert. Zu danken ist allen Mitgliedern, die in diesen Bereichen aktiv waren sowie insbesondere Anette L., Wolfgang und Heinrich, welche die Unterlagen für das Finanzamt erstellt und Rückfragen bearbeitet haben. (KH)

Was ist das?

Zwiebelfäule

Eine Zwiebel mit Bakterienfäule, ausgelöst durch Bakterien, die sich regulär im Boden befinden. Begünstigt durch die warme Witterung haben sie in diesem Jahr einen Teil unserer Zwiebeln befallen. Zum Glück haben wir uns bei der Planung der Zwiebelmengen verrechnet. Eigentlich hätten wir viel zu viele Zwiebeln, aber so sind die Ernteausfälle gut zu verkraften. Wir müssen nur bei der Ernte und vor allem bei der Einlagerung aufpassen und die befallenen Zwiebeln gut aussortieren, damit diese nicht die weiteren Zwiebeln anstecken. Die aussortierten, befallenen Zwiebeln sind getrennt von anderen pflanzlichen Abfällen zu entsorgen.

Es hat sich auch hier als hilfreich erwiesen, dass wir die Pflanzenschutzberatung des DLR (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum) anrufen können, wenn wir nicht sicher sind, um was für eine Krankheit es sich handelt, das finden wir super. Aber oft kann man nicht mehr viel machen, wenn der Befall schon da ist. Der Pflanzenschutz im ökologischen Gemüsebau wirkt vor allem vorbeugend.

Da Steckzwiebeln generell sehr viel empfindlicher gegenüber Krankheiten sind als Zwiebeln, die man aus dem Samen zieht, wollen wir einen Teil der Zwiebeln im Herbst vorziehen und dann pflanzen. (KF) (KH)

Trendsetter Weltretter vom 01.09. bis 04.10.2020

Am 01. September startet wieder die ökumenische Aktion Trendsetter Weltretter, diesmal unter dem Motto „einfach anders essen“. Im Vorfeld gibt es eine Rezept-Aktion, bei der jede*r Rezepte mit passend zur Erntezeit im September verfügbaren Zutaten einsenden kann. Die Rezeptsammlung soll online gestellt werden, so dass die große Vielfalt an regionalen und saisonalen Gerichten gezeigt wird. Weitere Infos zum Mitmachen hier:

trendsetter-weltretter.de