Juni 2016

Die erste Ernteausgabe hat stattgefunden! Am Freitag, den 3.6.16 konnten wir erstmals 40 Ernteanteile packen, und wir hoffen, dass alle, die sich eingetragen haben, sich an der „grünen Kiste“ erfreut haben. Salat, Fenchel, Schlotten und Spinat konnten geerntet werden. Das macht in Summe: 80 Salate, 16 kg Fenchel, 20 kg Schlotten und 12 kg Spinat!! Wie erhofft, hat die Ausgabe trotz Platzregen und Gewitter wieder einige (neue) Mitglieder auf den Acker gelockt, die bislang noch nicht dort waren. Jetzt müssen wir wieder abwarten, bis die nächsten Gemüse reif sind. Bitte schaut immer mal wieder in die Online-Tabelle (Spreadsheet), da wir dort die aktuellen Termine wieder eintragen. Dort findet ihr – wie bei einer Excel-Tabelle – unten links mehrere Reiter (Arbeitseinsätze, Ernte, Projekte), in die ihr eintragen könnt, wann ihr Zeit habt. Das hilft Matthias und Richard, die Arbeit einzuteilen und zu planen. Bisher sind wir begeistert von der Mithilfe – aber die nächsten Wochen geht es mit Jäten und Pflegen weiter! Die Wasserversorgung ist fast fertig – es müssen noch die Tropfschläuche und Verbindungsstücke angeschlossen werden. Auch die Umzäunung ist nun komplett – bitte achtet darauf, dass die kurzen Seiten mit einem Elektrozaun gesichert sind. Wir sind stolz und dankbar für die reiche Ernte, aber auch für die vielen kleinen und großen Aktivitäten, die regelmäßigen HelferInnen und den Spaß, den wir miteinander haben – weiter so! Wir hatten im letzten Rundbrief angekündigt, dass es im Juli ein Fest auf dem Acker geben soll – dieses möchten wir gern auf den Herbst verschieben, da wir zur Zeit so viele Aufgaben und Projekte stemmen müssen, dass uns dafür leider die Energie und Zeit fehlt. Das gleiche gilt für den Juni für die SoLaWi-Treffs, die wir eigentlich alle 5 Wochen auf dem Acker machen wollten – schweren Herzens haben wir beschlossen, diese ausfallen zu lassen – wir brauchen den Sonntag zum entspannen und Kraft tanken. Alternativ wollen wir jeweils samstags nach dem Ackereinsatz so ab 16.00 das Feuer anmachen und Grillen – hier fühlt sich bitte jeder selbst verantwortlich! Wir hoffen, dass sich für den Sommer wieder Leute finden, die dieses Treffen mit ortganisieren. Am 13.6.2016 gegen 10:30 Uhr bis ca. 15:00 Uhr wird Sina mit einer Gruppe SchülerInnen des Lise-Meitner-Gymnasiums in Maxdorf auf den Acker kommen, um die selbstgebauten Insektenhotels im Folienhaus aufhängen. Richard wird danach sein Wissen rund um das Thema Insekten und Wildbienen und ihre Lebensweise und Aufgabe in Natur weitergeben. Die SoLaWi-Idee können sie dann beim Picknick erleben Gern können auch Interessenten dazu kommen.

Mitarbeit – Verantwortung – Solidarität „Das Gewissen gleicht einem Nest, in dem alles Gute ausgebrütet wird.“ (aus Wales) Liebe Mit-MacherInnen – nachdem Günther (als eine Reaktion auf unsere Diskussionen zum Stand der Solawi beim letzten Solawi-Treff) die Telefonaktion gemeistert hat, haben wir einige Mailrückmeldungen erhalten, die ich mit dem obigen Zitat gern ins „Leben“ holen möchte. Ja – vielleicht haben einige ihre Möglichkeiten bzgl. Zeit und Energie für die Solawi überschätzt, vielleicht haben sich spontan Pläne geändert oder einfach das „Leben“ an sich den angestrebten Einsatz relativiert. Sinn & Zweck war sicher nicht, euch ein schlechtes Gewissen zu machen, sondern Transparenz über die Möglichkeiten zu schaffen und an den solidarischen Ansatz zu erinnern. Wir haben keine laufende Gärtnerei, die bezahlten Gärtnerstunden sind nur die Grundlage, und vielleicht haben wir uns auch verkalkuliert. Daher war es uns wichtig, in Erfahrung zu bringen, wie und wann ihr euch einbringen könnt und möchtet. Wir freuen uns auf die gemeinsame Umsetzung des aktuellen Konzeptes – wissend, dass es ein „Experiment“ ist, das sicher an einigen Stellen der Korrektur und Anpassung bedarf. Wir möchten daher alle Mitglieder schon mal bitten, sich den 8. Juli 2016, ab ca. 18.00 Uhr freizuhalten. Eine schriftliche Einladung folgt. Wir möchten an diesem Abend zu einer Mitgliederversammlung einladen, um das vergangene Haushaltsjahr abzuschließen und mit möglichst vielen von Euch ins Gespräch darüber kommen, wie es aus eurer Sicht in der Solawi aktuell läuft, was ihr für Ideen und Wünsche habt, und wie es weitergehen soll. Der Inikreis und Vorstand haben festgestellt, dass wir zwar praktisch im Anbau und in vielen Projekten sehr weit sind, aber zu wenig Zeit und Energie in den Aufbau tragfähiger Strukturen und Abläufe stecken oder gesteckt haben. Außerdem haben wir das Wachstum und den damit verbundenen Kommunikationsaufwand unterschätzt und hängen nun mit einigen Dingen hinterher. D.h. wir müssen gemeinsam schauen, wo es hingehen soll – das kann weder der Vorstand noch der Inikreis entscheiden bzw. umsetzen. „Die Natur liefert den besten Beweis, dass das Leben weitergeht: keimend, sprossend, wachsend, vergehend und wieder erblühend.“ (P. Wilson)

Projektbericht BienenBlütenReich Das klingt nach Märchen – es ist der schöne Name für ein Projekt des Netzwerks Blühende Landschaft e.V., das für Bienen, Hummeln und Co neuen Lebensraum schaffen soll – im städtischen Grün und auch auf landwirtschaftlichen Flächen. Weitere Infos unter: http://www.bluehende-landschaft.de/ Ende April wurden wir auf das Projekt BienenBlütenReich aufmerksam und von der Idee gestreift, unsere SoLaWi könnte dort als „landwirtschaftlicher Kooperationspartner“ einsteigen. Das Bild eines bunt blühenden Ackerrandstreifens beflügelte Phantasie und Motivation. Und kaum zu glauben: Heute, einen Monat nach der Erstberührung mit der Idee, findet man rot weiße Schleifen an Tomatenspiralen, die einen Ackerstreifen markieren: Fein angewalzter Boden in dem seit einer Woche Samen der einjährigen Tübinger Mischung und an anderer Stelle der mehrjährigen Mischung „Blühende Landschaft“ beste Bedingungen zum Auflaufen haben (mögen). Als noch unerfahrene Neu-Solawistin kann ich über diese Dynamik nur staunen. Klar interessierte es mich als Imkerin, den von Tina in einer Email zugespielten Ball aufzunehmen. Infos einholen, ein paar Mails oder Telefonate – kein Problem. Aber da ich überhaupt keine Vorstellung von der praktischen Umsetzung hatte und kaum Durchblick in die Strukturen und Entscheidungsabläufe der SoLaWi, erschien es mir eher unwahrscheinlich, dass tatsächlich schon in diesem Sommer ein Schild „Hier blüht es für Bienen, Hummeln und Co“ auf dem SoLaWi-Acker stehen sollte. Vielleicht gäbe es ja auch Bedenken, Flächen für Insekten, pardon, für die Artenvielfalt zu opfern. Es meldete sich Richard und fand das Projekt gut – Richard ist Biologe, hat schon Wiesen eingesät, weiß wie es geht. Matthias zeigte sich aufgeschlossen. War es in der Anbaugruppe, wo die Entscheidung fiel, welche Quadratmeter nicht für unser Erntegemüse vorgesehen sind? Dienstag nach Pfingsten wurde als Termin für die Einsaat vereinbart, und tatsächlich stand das Paket mit dem Saatgut rechtzeitig zwei Tage nach Bestellung vor meiner Tür.

Der Einsaat-Einsatz: Tina und Milan, Matthias und Richard, Marina und Doris rüsten sich mit Rechen aus. Die Kreiselegge war hier schon im Einsatz. Mit den Rechen soll das Saatbett sehr feinkrümelig vorbereitet werden – sagt Richard – und den neu gewachsenen Unkräutern soll zu Leibe gerückt und möglichst eben gezogen werden soll es auch noch. Dann üben wir mit der feinkrümeligen Erde, wie man aus der Hand den Samen ausstreut.

Das Bild des Sämanns, der über den Acker geht, kennt man ja – aber diese schwungvolle Bewegung aus dem Arm mit einer geschickten Drehung im Handgelenk und einem wohlkoordinierten Fingerspiel, um die Körnchen möglichst gleichmäßig in wohl abgemessenem Bogen zu verteilen – das ist eine Kunst, nicht so leicht wie es aussieht. Naja, wir haben es versucht.

Zuletzt kreiste Matthias mit dem Traktor über die Fläche, eine Cambridge-Walze dahinter – oder war es Oxford? 😉 Die Blühfläche ist eingesät. Mich freut das – ich hoffe nun auf sanften Regen, damit alles gut aufgeht. Aber ich gestehe: Der Fortschritt bei Kohl und Bohnen und die winzigen Sämlinge von Möhren, Pastinaken und Rote Bete faszinieren mich zurzeit noch mehr. Wenn sich eines Tages Sonnen- Korn- und Ringelblumen, Phacelia und Lein, Witwenblume, Wiesenknopf, Lichtnelke und wie sie alle heißen zeigen, wenn also das BienenBlütenReich wirklich auftauchen sollte …dann stellen sich wieder ganz neue spannendende Herausforderungen: Wir können diesen Reichtum Interessierten zeigen, können Kinder mit Lupenbechern ausrüsten. Oder Erwachsene mit Sensen. Denn gemäht werden sollte ja auch zu gegebener Zeit. Warum eigentlich nicht eine alte Technik reaktivieren? Es gibt so viele Ideen im BienenBlütenReich der Solawi …und wenn sie nicht gestorben, sind dann …..verwirklichen sie sich…… (Bericht: Doris Hoffmann)

Bericht: Mein erstes Mal „im Obst“ Letzten Samstag war ich das erste Mal seit ich bei unserer Gruppe bin, auf unseren beiden gepachteten Obststücken. Mit Uwe und Matthias. Und da alles so spannend und neu für mich war und Uwe –unser Obstexperte- meistens eben mal schnell nach Feierabend bei den Bäumen ist, kam ich auf die Idee, meine Erfahrungen und Erkenntnisse mit Euch zu teilen. Wenigstens lesenderweise. Ich hoffe, dass ich mich noch an Vieles und richtig erinnere… Nicht wiedergeben kann ich Euch leider Uwes ganz eigene Vergleiche von Pflanzen- und Tierreich mit uns Menschen!!! Einfach köstlich und meistens (;-)) sooo treffend! Da brauchte man einfach den O-Ton. Auf unseren beiden Obstgrundstücken wachsen Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Pfirsichbäume. Die meisten sind schon einige Jahre alt, einige wurden letztes Jahr von uns nachgepflanzt. Wie wir ja alle wissen, kann man das Alter von Bäumen an ihren Jahrringen am Stamm ablesen und auch ich habs versucht…, aber leicht ist das nicht! Uwes Absicht für diesen Samstag-Vormittag war, uns in das Blattlausmanagement einzuweisen. Wenn er das lesen könnte, würde er sich totlachen! Kann er aber nicht, weil er keine Mailadresse hat! Tatsächlich sprach er von zu großem Blattlausbefall, den es zu bekämpfen gälte. Er zeigte uns, wie wir die befallenen zusammengerollten Triebspitzen und Blätter bis zum nächsten gesunden Blatt abschneiden sollten. Dieses Schnittgut sammelte er in einem Sack, um daraus ein Präparat herzustellen. Wenn ein Baum zu sehr befallen war, sprühte er ihn mit einem selbst hergestellten biologischen Mittel auf Tabakbasis ein. Von alternativen handelsüblichen Mitteln hält er nix, weil sie auch den Nützlingen schaden. Und die, nämlich die Marienkäfer, fanden wir dicht bei den Blattläusen, sowohl im Eierstadium, als auch im Larvenstadium und als Käfer vor. Nur eben (noch) nicht genug! Bei dieser Gelegenheit erfuhr ich, wie eine Marienkäferlarve aussieht und dass es zugewanderte Marienkäferarten gibt, die so ganz anders aussehen, als die die wir kennen. Uwe erklärte uns, dass wir eigentlich nur ein bis zwei Jahre warten bräuchten, bis sich das Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen eingespielt hätte…, aber das ginge auf Kosten der diesjährigen Ernte. (Darum fand ich ja das Wort Management so treffend…) Außerdem befreiten wir den Wurzelbereich der Bäume noch von Wildkräutern, besonders Wicken können hochklettern und einzelne Zweige runterziehen. Von den einjährigen Bäumchen wurden einige Haupttriebe umgeknickt und nur ein Äpfelchen pro Baum hängen gelassen. Unsere Apfelernte wird laut Uwe dieses Jahr voraussichtlich gut ausfallen, während die Zwetschgen auf einem Stück stehen, auf dem sich gerne Kaltluftseen bilden. In diesem Frühjahr führte das dazu, dass die Blüten der Zwetschgen erfroren. Ich hoffe, dass ich Euch durch meine Zeilen einen kleinen Einblick geben konnte von dem, was sich auf unseren Obststücken gerade tut Seid sommerlich gegrüßt, Annette B.